
Musik
Weltmusik-Pionier Hugo Faas wird 80
| Datum | 11. April 2026 |
|---|---|
| Verfasser | Kultur Rorboz |
| Adresse | Martin Born, Kirchgassw 19, 8427 Rorbas |
| Internet | www.kultur-rorboz.ch |
| mb ornbl uewinch | |
| Telefon | 079 358 14 08 |
Beschreibung
Der Mann, der die Welt(-musik) nach Rorbas brachte
Wenn erstmals in der zwölfjährigen Geschichte der Konzertserie von Kultur-Rorboz ein Doppelkonzert mit Nachtessen in der Pause auf dem Programm steht, hat das einen guten Grund. Auch nicht zufällig ist die Auswahl der beiden Gruppen. Sowohl Mauro Palmas und Giacomo Vardeu als auch Claudia Masika mit ihrer Band haben das Publikum in Rorbas schon einmal begeistert. Und vor allem sind sie gute Freunde von Hugo Faas (im Bild mit der Gruppe Assurd), der in den letzten 33 Jahren das untere Tösstal zum Hotspot der «Worldmusic» in der Schweiz machte. Mauro Palmas, der «Padrone» der sardischen Volksmusik und brillante Mandoloncello-Spieler, Giacomo Vardeu, der erst 19jährige Organetto-Virtuose, und Claudia Masika, die feurige Kenianerin, feiern am Samstag, 11. April mit ihm im neues Kino Rorbas mit dem öffentlichen Doppelkonzert und vielen Freunden den 80. Geburtstag.
Hugo Faas hatte schon eine 25jährige Karriere als Konzertveranstalter und Manager von Andreas Vollenweider hinter sich, als 1993 in Rorbas ein neuer Gemeindesaal eingeweiht wurde, in dem auch kulturelle Veranstaltungen stattfinden sollten. Deshalb wurde er vom damaligen Gemeindepräsidenten Werne Ebneter angefragt, ob er eine Veranstaltungsreihe ins Leben rufen könne. Im damaligen Elternkreis Rorbas-Freienstein konnte er Leute dafür begeistern, ein solches Projekt mitzutragen. Er wurde offiziell zum Kultur-Beauftragten der Gemeinde Rorbas ernannt und erhielt ein Budget für die Durchführung der Veranstaltungen und eine Entschädigung für seine Arbeit (später beteiligte sich auch die Gemeinde Freienstein mit einem Betrag an diesen Aufwänden).
Die Programmierung lag bei ihn, für die Durchführung der Anlässe wurde eine Gruppierung mit dem Namen «Kultur in Rorbas» («KiR») gegründet, die später (mit der Beteiligung der Gemeinde Freienstein) in «Kulturbrugg» umgetauft wurde. Schwerpunkt der Programmierung waren Konzerte aus dem Bereich «Worldmusic». Dank seinen Beziehungen in diesem Bereich war es möglich, ein hochkarätiges Programm auf die Beine zu stellen, wie es sonst nur in grösseren Städten stattfand. Dies galt auch für vier zweitägige Musikfestivals. Zudem war die Gruppe auch in Bereich Kabarett und Comedy tätig und präsentierte 5 Produktionen des Theaters für den Kanton Zürich, sowie eine multidimensionale Eigenproduktion «Zauber des Orients».
2013 ging das Kulturcafé Rorboz in Rorbas in neue Hände über. Damit einher ging die Auflösung der alten Baugenossenschaft, die formell die Betreiberin des Café Rorboz war. Effektiv betrieben wurde das Café von Anne-Catherine Glauser, die das Café mit viel Herzblut in Rorbas etablierte. In dieser Zeit fanden auch immer wieder kulturelle Veranstaltungen statt (Programmation: Bernhard Glauser), was dem Café Rorboz die Bezeichnung «Kulturcafé» einbrachte.
Die neue Besitzerin wollte und konnte das Kulturprogramm nicht weiterführen. Da inzwischen auch die Kulturbrugg ihre Aktivitäten eingestellt hatte, ergriff Hugo Faas die Initiative mit dem Ziel, das kulturelle Leben in der Gemeinde im Allgemeinen und das Café Rorboz als Kulturcafé im Besonderen zu erhalten. Zusammen mit ein paar Gleichgesinnten gründete er den Verein Kultur Rorboz und schuf eine Konzertserie mit über 100 Gruppen aus über 50 Ländern.
Als Starthilfe erhielt der Verein einen Teil des ehemaligen Genossenschaftsvermögens. Wie früher bei der «Kulturbrugg» liegt die Programmierung bei Faas und deren Schwerpunkt sind Konzerte aus dem Bereich «Worldmusic». Da er unter anderem als Organisator des «Lucerne Festival in den Strassen» bis im letzten Herbst noch immer professionell in dieser Sparte tätig war, blieb er gut vernetzt. So ist es der Gruppe möglich, ein qualitativ hochstehendes Programm zu präsentieren, mit dem andernorts grosse Konzertsäle gefüllt werden. Mittlerweile haben auch die Gemeinde Rorbas und der Kanton Zürich die Bestrebungen anerkannt und unterstützen die Konzertserie mit je 5000 Franken.
Nach einem weiteren Pächterwechsel fand Ende April 2025 das letzte Konzert im Café Rorboz statt. Es war ein Abschied mit Tränen, aber auch eine neue Chance. Als Ersatz boten sich Anne-Catherine Lang und ihr neues Kono Freienstein an. Ein wunderbarer Kinsosaal in einem Fabrikgebäude mithervorragender Akustik und perfekter Infrastruktur. Die vier Konzerte – das erste mit den Fils Canouche als Openair – die bisher dort stattfanden, waren ein grosser Erfolg.